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Nachkriegsjahre

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich die Situation Bratislavas grundlegend. Der Großteil der jüdischen Bevölkerung kehrte aus den Konzentrationslagern nicht mehr zurück und - nach der Befreiung der Stadt - wurde auch die Mehrheit der deutschen und ungarischen Bevölkerungsteile abgeschoben. Bratislava büßte so ihre vormals einmalige multikulturelle Atmosphäre ein. Der kommunistische Umsturz im Februar 1948 bedeutet eine radikale Wende in der Entwicklung der Nachkriegsjahre.
 

 
 

Die Tschechoslowakei wurde Teil des sozialistischen Lagers, gewissermaßen als Pufferzone zwischen Ost und West. Europa wurde durch den Eisernen Vorhang zweigeteilt. In Bratislava, das auch noch nach Kriegsende durch eine direkte Straßenbahnlinie mit Wien verbunden war, wurden die Grenze zum Westen dicht gemacht. Auch mehrere Stadtteile fielen der mit Stacheldraht umgegebenen Grenzzone zum Opfer – die Bewohner dieser Zonen wurden zwangsumgesiedelt. Das Ende der 40er und der Anfang der 50er Jahre stehen im Zeichen des Um- und Wiederaufbaus der im Krieg zerstörten Stadtteile, darunter viele Industriebetriebe, die nach 1948 verstaatlicht wurden. Viele Bürger von Bratislava litten in den 50er Jahren unter Repressalien durch die Kommunistische Partei. Viele Menschen wurden festgenommen, tausende in inszenierten Schauprozessen beschuldigt und verurteilt, andere wiederum aus der Stadt verbannt und ausgesiedelt. Die mehr als 40-jährige Regierungszeit des kommunistischen Regimes wurde lediglich von den Ereignissen der Jahre 1968 – 1969 kurz unterbrochen. Zur unvergessenen Symbolgestalt dieser Geschehnisse wurde der in Bratislava geborene Alexander Dubček, der als Reformer der Kommunistischen Partei auftrat und im Januar 1968 zum 1. Parteisekretär ernannt wurde. Die von ihm eingeleiteten Demokratisierungsprozesse wurden im sog. „Prager Frühling“ von den Panzern des Warschauer Paktes blutig gestoppt. Der „vorübergehende Aufenthalt“ der sowjetischen Armee dauerte etwas mehr als 20 Jahre. Die militärische Präsenz inklusive umfangreicher politischer Verfolgungen sollte garantieren, dass jegliche politische Reformabsichten oder gesellschaftliche Veränderungen hin zu einer Öffnung in der ČSSR unterbunden würden.

 
Verantwortlich: Martin Bátora
Enstanden / aktualisiert: 26.2.2010 / 26.2.2010

Kontext

Plazierung: Dokumentendateien > Geschichte
 

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