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Architektur & Bauart

Apollo Bruecke
Bratislava verfügt zwar nicht über die mittelalterlichen Reichtümer Prags oder das pompöse Kaisererbe Wiens oder Budapests, nichtsdestotrotz kriegt man auch hier viele architektonische Augenschmäuse zu sehen – bis auf ein, zwei ungeheuerliche Verfehlungen. Für Bratislava spricht zudem, dass anders als in den benachbarten Hauptstädten stundenlange Wanderungen durch Stadt zum Kennenlernen der Sehenswürdigkeiten hier nicht von Nöten sind.
 

 
 

Der meist erste und eindrücklichste architektonische Eindruck vieler Besucher Bratislavas ist die Sicht auf die massive und dicht gestaffelte Plattenbausiedlung, welche bei der Anfahrt auf die Stadt von österreichischer Seite aus kaum zu übersehen ist. Diese als „paneláky” bezeichneten Blockbauten (aufgrund der vorfabrizierten Betonplatten-Bausubstanz) wurden in der Nachkriegszeit errichtet, um der schnell wachsenden städtischen Bevölkerung der Tschechoslowakei genügend Wohnraum zu bieten. Der erste solche Block in der Slowakei wurde 1956 beim Kmeťovo Platz in Bratislava gebaut, aber die eindrücklichste aller Plattenbausiedlungen ist jene im Stadtbezirk Petržalka auf der Südseite des Flusses. Die meisten der 120‘000 Einwohner von Petržalka leben in diesen Plattenbauten, und obwohl diese von außen meist sehr trist aussehen, sind die Wohnungen darin meist sehr komfortabel und gut ausgestattet. Der Dimension Petržalkas wird man sich von der Burg oder vom Kriegsdenkmal Slavín aus am ehesten bewusst.

 

Der zweite und dritte Blick der Besucher fällt meist auf die Burg und die SNP Brücke. Die Burg wurde in den letzten Jahren einer Restauration unterzogen, ihr solides Äußeres glänzt jedoch bereits jetzt im leicht „Disneyhaften“ Weiß (vormals war es ein schmutziges Beige), und bei Nacht ist die Burg eindrücklich beleuchtet. Die Brücke mit ihrer markanten asymmetrischen Stahlträgerkonstruktion wurde 1972 eingeweiht. In der „UFO“-Kapsel zuoberst auf dem Brückenpfeiler befindet sich eine Restaurant-Bar, von wo aus man ein herrliches Panorama über die Stadt genießt; man erreicht das Restaurant mit dem Aufzug im östlichen Brückenpfeiler.

 

Dieser Brückenbau brachte jedoch in den 1960ern eine traurige Konsequenz mit sich, denn es wurde dafür ein bedeutender Teil der schon damals nicht allzu großen Altstadt abgerissen. Fast das ganze historische jüdische Viertel wurde von Bulldozern überrollt, zum Opfer fiel auch eine maurische Synagoge, die einst unweit des Martinsdom stand. Der Straßenverkehr der Brücke verläuft heute nur einige Meter vor dem Dom, der im Laufe der Jahrhunderte vielen Umbauten unterzogen wurde, und heute im eher verdrießlichen gotischen Stil erscheint. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich eines der schönsten Rokoko-Gebäude in der Stadt, bekannt als das „Haus zum Guten Hirten“.

 

Die übrigen Teile der Altstadt sind voll von reizvollen Gebäuden ganz verschiedener Stile, von welchen die meisten seit 1989 mit viel Fingerspitzengefühl restauriert wurden. Deren Charme kann man wohl bei einem Spaziergang durch die Gassen und Innenhöfe der Altstadt-Fußgängerzone am besten genießen. Jeden Tag finden Stadtbesichtigungen zu Fuß statt, die eine Fülle von interessanten Details bereithalten. Erkunden Sie sich bei der Touristen-Information, bei der die Besichtigungstouren ebenfalls beginnen.

 

Gleich außerhalb der Altstadt liegend verdienen ein, zwei kuriose Bauten eine Erwähnung: zum Einen die auf dem Kopf stehende Pyramide des Slovenský Rozhlas Radiofunkgebäude in der Mýtna Straße; zum anderen das Hotel Kyjev in der Rajská Straße, dessen dunkle aber kitschige Lobby aus den 1970ern originalgetreu gehalten wurde; und vielleicht die hübscheste aller Kirchen in Bratislava ist die St-Elisabeth-Kirche in der Bezručova Straße, die mit ihrem Baby-blau Sezession-Äußerem unter Einheimischen auch einfach als die „Blaue Kirche“ bekannt ist.

 

 
Verantwortlich: Martin Bátora
Enstanden / aktualisiert: 18.3.2010 / 18.3.2010

Kontext

Plazierung: Dokumentendateien > Sehenswertes2
 

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